Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt eine Gruppe von Menschen, die vor einem Haus auf der Treppe zur Eingangstür sitzen. Ganz links sitzt Anna Pointner. Sie trägt eine Bluse mit Knöpfen und kurzen Ärmeln. Ihre Haare sind hochgesteckt. In der Mitte der Gruppe sitzen sechs Spanier, die für die Kamera posieren. Einer davon lächelt, die anderen schauen ernst in die Kamera. Ein Mann ganz vorne hält eine Zigarette in der Hand. Links und rechts der Spanier sitzt jeweils eine Tochter von Anna Pointner und lächelt in die Kamera. Im Vordergrund rahmen Büsche die Gruppe. © Museu d'Història de Catalunya, Fons Amical de Mauthausen, Fotograf: Francisco Boix, Anna Pointner mit zwei Töchtern und sechs Spaniern vor ihrem Haus in Mauthausen, Mai 1945.

Ein Paket aus dem KZ Mauthausen 

Titel2

Täglich sieht die Oberösterreicherin Anna Pointner KZ-Häftlinge an ihrem Haus vorbeigehen. Doch während die meisten Dorfbewohner:innen  untätig zuschauen, nimmt sie  Kontakt zu den Gefangenen auf. Schließlich vertrauen diese ihr ein Päckchen an.

Mauthausen, 1943/44: Jeden Tag ziehen etwa 50 Häftlinge aus dem Konzentrationslager zum Steinbruch – mitten durch den Ort. Die jungen Männer arbeiten für die Firma Poschacher, die hier Granit abbaut. Jeden Abend führt der Rückweg die Zwangsarbeiter erneut durchs Dorf – vorbei am Haus von Anna Pointner in der Vormarktstraße 12. Die Bewohnerin weiß, dass Kontakt zu KZ-Häftlingen streng verboten ist. Trotzdem zieht sie die Vorhänge ein wenig beiseite und späht nach draußen. Schließlich hebt sie die Hand – und winkt.  

Einstieg

Zeitstrahl 1929 © wasbishergeschah.at